Vortragsreihe
16. April 2026 – Nils Holeczek >>
21.Mai 2026 – Tamimah Sharaf >>
11. Juni 2026 – Prof. Dr. Luise Poustka >>
Unsere Vortragsreihe bietet die Möglichkeit, sich über ein spezielles Thema, das für Menschen im Autismus-Spektrum wichtig ist, zu informieren. Gleichzeitig besteht die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch. Die Vortragsreihe wird in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg veranstaltet.
Bitte beachten Sie unsere neue Anfangszeit: die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr.
Was?
16. April 2026 – Nils Holeczek
Notfallsanitäter
„Autismus und Rettungsdienst – eine Herausforderung für alle Beteiligten“
Ein medizinischer Notfall ist immer eine Ausnahmesituation. Das Personal des Rettungsdienstes muss Grenzen überschreiten und Dinge tun, die den normalen Alltagsregeln teilweise stark widersprechen. Zusätzlicher Stress kann durch die austistische Wahrnehmung verursacht werden. In diesem Vortrag werden einige Herausforderungen betrachtet und Vorschläge gemacht, wie solche Situationen im besten Fall etwas besser bewältigt werden können.
21. Mai 2026 – Tamimah Sharaf
Sozialarbeiterin, Mediatorin, Autorin, Spätdiagnostizierte
Persönliches, Buchvorstellung & Gespräch: „aut.of.order – die etwas andere Autismus-Gebrauchsanweisung“
Die Frage nach dem „Warum“ beschäftigte Tamimah Sharaf schon ihr Leben lang. Nachdem sie mit Anfang 30 ihre Autismus-Diagnose erhält, stellen sich neue Fragen. Was bedeutet das? Wie gehe ich damit um? Und wie erkläre ich das meinem Umfeld?
In ihrem liebevoll illustrierten Guide „aut.of.order – die etwas andere Autismus-Gebrauchsanweisung“ gibt Tamimah Sharaf Antworten, die sie für sich in der intensiven Auseinandersetzung mit der Diagnose erarbeitet hat. Das Selbsthilfe-Handbuch richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte. Es verbindet persönliche Erfahrungen mit fachlichem Wissen und bietet so einen leichten Einstieg sowie breit gefächerten Überblick zum Thema. Darüber hinaus sind zahlreiche praktische Tipps und Impulse enthalten, die das Leben im Autismus-Spektrum erleichtern und dazu beitragen sollen, freundlicher mit sich selbst zu sein.
Im Rahmen unserer Vortragsreihe erzählt Tamimah Sharaf von ihrem Weg zur Diagnose, was sich seitdem verändert hat und welche Methoden ihr das Leben erleichtern.
11. Juni 2026 – Prof. Dr. Luise Poustka
Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Ärztliche Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Heidelberg
„Autismus weiterdenken – Neues zu Früherkennung und Frühintervention bei Autismus-Spektrum-Störungen“
Bei einem Verdacht auf Autismus bietet die Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg den Familien ein Angebot, bei dem die Diagnostik durchgeführt werden kann und anschließend weitere Schritte erörtert werden können.
Der Vortrag gibt einen kurzen Einblick – sowohl in den Ablauf der Diagnostik als auch in das ergänzende Angebot der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Da in der Forschung deutlich wird, dass Früherkennung und Frühintervention bei Autismus mehr an Bedeutung gewinnen, wird auch der aktuelle Forschungsstand thematisiert. Neben Besonderheiten der Symptomatik im frühen Kindesalter werden die Möglichkeiten der Früherkennung und -intervention erläutert. Bereits sehr junge Babys, bei denen später Autismus diagnostiziert wird, zeigen zwischen dem 12. und 36. Lebensmonat Unterschiede im Vergleich zu nicht-autistischen Babys: in den sozial-kommunikativen Fähigkeiten, in Abweichungen im nonverbalen sozialen Verhalten und der sozio-emotionalen Wechselseitigkeit. Ziel der frühen Interventionen ist, langfristig eine Steigerung der Lebensqualität und des allgemeinen Funktionsniveaus zu erreichen und die gesellschaftliche Integration und Selbstständigkeit signifikant zu verbessern.
Wer?
Jeder ist willkommen, der sich für das Leben von Menschen im Autismusspektrum interessiert: Angehörige, Therapeuten, Schulbegleiter, Integrationskräfte, Studierende, …, und natürlich die Autisten selbst.