Birger Sellin


Ich will kein inmich mehr sein

Botschaften aus einem autistischen Kerker

 

Verlag: Kiepenheuer Witsch, Köln
ISBN-Nr. 3-462-02463-9

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Ein Zwanzigjähriger, schwer autistisch behindert und seit seinem zweiten Lebensjahr verstummt, schreibt Texte von bizarrer Schönheit. Sie lassen uns in die "welt der kastenmenschen" blicken und zeugen von den Qualen, denen der Autor ausgesetzt ist.
Bevor der stumme Autist Birger Sellin im August 1990 seine ersten Buchstaben in den Computer tippte, war er vermutlich einer der unterschätztesten Menschen der Welt und in einem Maße einsam, wie es für Normalmenschen kaum vorstellbar ist.

Auszug:

ich dichte erst jetzt ein lied über die freude am sprechen
ein lied für stumme autisten zu singen in anstalten und irrenhäusern
nägel in astgabeln sind die instrumente
ich singe das lied aus der tiefe der hölle und rufe
alle stummen dieser welt
erklärt den gesang zu eurem lied
taut die eisigenmauern auf
und wehrt euch ausgestoßen zu werden
wir wollen eine neue generation der stummen sein
eine schar mit gesängen und neuen liedern
wie es die redenden noch nicht vernommen haben
unter allen dichtern fand ich keinen stummen
so wollen wir die ersten sein
und unüberhörbar ist unser gesang
ich dichte für meine stummen schwestern
für meine stummen brüder
uns soll man hören und einen platz geben wo wir unter euch allen wohnen dürfen
in einem leben dieser gesellschaft

Birger Sellin am 21. September 1992

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letztes Update: 06.01.2005

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